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Sepp Herberger
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"Elf Freunde müsst ihr sein!", hatte Herberger immer wieder gefordert. Jahrelang war sein ganzes Denken darauf ausgerichtet, eine gut funktionierende Mannschaft auf die Beine zu stellen, in der sich jeder einzelne Spieler blind auf den anderen verlassen konnte, sich privat, wie auf dem Feld gut verstand. Der viel zitierte "Geist von Spiez" trug das Seinige dazu bei. Bei der Weltmeisterschaft standen tatsächlich elf Freunde auf dem Platz.

Hier die Finalisten:

Fritz Walter
Fritz Walter:
Mannschaftskapitän und "verlängerter Arm" des "Chefs".
Herberger machte aus seiner "Affenliebe" zum 1. FCK keinen Hehl. Mit Fritz Walter spielten gleich fünf Spieler vom 1.FCK bei der WM. "Fritz Walter war Spielführer und Spielmacher, Dreh- und Angelpunkt allen Geschehens", hatte der Trainer in seinen persönlichen Aufzeichnungen notiert. "Über die einmalige Größe dieser Erscheinung ist schon alles gesagt worden. Unser Fritz war der ungekrönte König seiner Generation. Mit ihm und um ihn entstand unsere Mannschaft, entwickelte sich unser Spiel."
Ottmar Walter
Ottmar Walter:
An Selbstbewusstsein mangelte es ihm nicht. Im Vergleich zu seinem vier Jahre jüngeren Bruder Fritz hatte Ottmar die stärkeren Nerven. "Ottes" war der kaltblütige Torjäger - auch "der Vollstrecker" genannt - verwandelte die Vorbereitungen seines Bruders meist in wertvolle Tore. "Der Fritz brauchte nur zu gucken, da wusste ich auch schon, was er machen wird", hatte er einmal gesagt. Der Mittelstürmer war beim 1.FCK und in der Nationalelf die perfekte Ergänzung zu seinem Bruder.
Toni Turek
Toni Turek:
"Fußballgott" wurde der Torhüter von Fortuna Düsseldorf genannt. "Toni Turek war einer der größten Torwächter seiner Zeit", hatte Herberger sich notiert. "Wer ihn einmal im Wettkampf erlebt und gesehen hat, wie er scheinbar mit stoischer Ruhe und unberührt von den Spielvorgängen in unserem Strafraum und dann urplötzlich und hellwach auch die schärfsten und aus kürzester Entfernung abgegebenen Schüsse mit schnellem Zugriff spielend meisterte, wird dieses Leistungsbild nicht mehr vergessen."
Helmut Rahn
Helmut Rahn:
Der "Boss" von RW Essen - lebenslustiger Spaßvogel und ungestümer Spielmacher zugleich. Aus Herbergers Aufzeichnungen: "Ein Pfundskerl! Bärennatur! Außergewöhnliches Talent! Wenn er auf Höchstleistung trainierte, zogen mit der Steigerung seines Körpers und der Leistung auch die Fähigkeiten einher, auf einer Reihe anderer Gebiete ebenso zu einer erstaunlichen Leistungsfähigkeit zu kommen.
Werner Kohlmeyer
Werner Kohlmeyer:
"Kohli" vom 1.FCK hatte mit seiner WM-Teilnahme auch seinen sportlichen Höhepunkt erreicht. Herberger über ihn: "In der Fieberkurve seines Trainingsprogramms ging es rauf und runter. Hatte ihn die Einsicht in die Notwendigkeit harter Trainingsarbeit erst einmal geweckt, war er im Training und im Wettkampf einer der Fleißigsten, Eifrigsten und Besten. [...] Kohli war nie ein Freund von Traurigkeit. Was er tat, tat er voll und ganz."
Max Morlock
Max "Maxl" Morlock:
Der Mann mit der berühmten Rückennummer 13 vom 1.FC Nürnberg. Herberger über ihn: "Technisch auf das Beste gerüstet, von dynamischer Kraft, ein unverdrossener Kämpfer, war er so recht das Gegenstück von Fritz und Alfredo [Alfred Pfaff] und die allerbeste Ergänzung zu diesen beiden. Ihn konnte so schnell nichts aus der Ruhe bringen, ebenso nicht von seiner kampfbetonten Linie. Er war immer guten Mutes, ein beherzter und äußerst erfolgreicher Torjäger."
Josef Posipal
Josef "Jupp" Posipal:
vom Hamburger SV. "Im Zentrum unserer Abwehr stand Jupp Posipal - ein Mann von unbestrittener Weltklasse", hatte Herberger über ihn gesagt. "Neben seiner speziellen Aufgabe als Mittelläufer, die er mit höchster Meisterschaft spielend beherrschte, hatte er - auftraggemäß - darüber zu wachen und dafür zu sorgen, dass seine beiden Nebenleute auf dem Außenläuferposten im Überschwang ihrer Spielfreude nicht vergaßen, dass sie ein unentbehrlicher Bestandteil unseres Abwehrblocks sind."
Karl Mai
Karl "Charly" Mai:
vom SpVgg Greuther Fürth. Wurde als wahre "Kampfmaschine" auf die gegnerischen Torjäger und Spielmacher angesetzt und trug im Endspiel der WM somit wesentlich zum Erfolg bei. "Ich konnte damals den Torschützenkönig der WM, den Ungarn Kocsis, der wegen seiner Kopfballstärke gefürchtet war, so ausschalten, daß ihm im Endspiel kein Tor gelang", verkündete er später stolz.
Werner Liebrich
Werner Liebrich:
vom 1.FCK. Als Herberger seine Nationalelf zusammenstellte, wollte er Liebrich unbedingt in seiner Mannschaft haben und zerbrach sich den Kopf, wie er ihn wohl am besten einbauen, welchen Platz dieser wohl einnehmen könnte. "So wie Jupp war auch er eine klare EINS für den Posten des Mittelläufers", notierte sich Herberger. "[...] Erneut die Frage, was war zu tun? Ob Werner Liebrich vielleicht doch als Verteidiger umzuschulen wäre?" Letztendlich spielte Liebrich bei der WM auf dem Posten des Mittelläufers und Posipal war rechter Verteidiger.
Hans Schäfer
Hans "Hänschen / Hannes" Schäfer:
Unverwechselbares Kölsches Original vom 1.FC Köln mit dem er über 700 Spiele bestritt, zweimal Deutscher Meister und viermal Oberliga-Meister wurde. Nach Meinung Herbergers hatte er eine wichtige Führungsrolle im Endspiel. Durch sein ausgeprägtes Selbstwewusstsein spielte er für den "Chef" eine ähnliche Rolle wie Rahn. Sein Schlachtruf: "Männer, die putzen wir weg!"

Horst Eckel

>>weiter
Horst Eckel: Der blitzschnelle "Windhund" vom 1.FCK und zweitjüngstes Mitglied der deutschen Mannschaft in Bern. Herberger charakterisierte ihn wie folgt: "Horst war ein schlacksiger, rappeldürrer Bursche. Die Haut war dünn, die Knochen hart und spitz. Er ging keinem Zweikampf aus dem Wege, kam auch immer zur allgemeinen Überraschung heil und unversehrt aus diesen heraus, nur die Gegner klagten und hatten sich nach solchen Duellen abzutatsten und abzufühlen."
Die Helden von Bern